Super Street Fighter II - The new Challengers

Release: 19. August 1994

Genre: Prügelspiel

Spieler: 1-2

Konsolen: SNES, MegaDrive, Wii, WiiU

 

 

Info zum Spiel:

Es ist neben Mortal Kombat und Tekken zweifelsfrei die bekannteste Prügelspiel-Serie überhaupt. Welche Serie sonst hat auch so viele Ableger wie Street Fighter? In den 90ern konnte ohnehin kein anderer Prügler Street Fighter das Wasser reichen. Mortal Kombat erfreute sich zwar großer Beliebtheit, doch wohl eher zu 80% wegen der außerordentlichen Gewaltdarstellung. In all den Jahren, noch bis heute, hat sich die Reihe um Ryu, Ken & Co. allerdings kaum verändert. Heute wie damals sind Figuren, Locations und sogar die Steuerung noch wie 1994, lediglich die Technik hat sich weiter entwickelt. Warum aber auch an einem Rezept etwas verändern, was sich jahrelang gut bewährt hat?

 

Erstmal am Automaten!

Meine erste Street Fighter-Erfahrung beruht auf der Automaten-Version. Damals ging ich mit zwei Freunden oft nach der Schule zu einer Imbiss-Bude um die Ecke, welche so einen feinen Automaten mit Street Fighter II dort stehen hatten. Zu der Zeit hatte ich noch nichtmal einen SNES, aber da mir das Game soviel Bock machte (auch wenn ich nix auf die Reihe bekam), wünschte ich mir so sehr einen Super Nintendo. Irgendwann später dann hatte ich SNES und Super Street Fighter II. Schon das fulminante Intro in der Ryo halb im Dunkeln, kampfbereit vom Blitzlicht erhellt wurde und anschließend seine Feuerball-Attacke zum Bildschirm hin ausführte, hatte mich ungemein fasziniert. Gerne schaute ich es mir wieder und wieder an. Das Spiel selber war aber simpel gestaltet. Man spielte in einem Zug die Karriere durch und wenn das geschafft war, konnte man es mal mit höheren Schwierigkeitsgraden versuchen. Die Karriere bestand natürlich aus mehreren Kämpfen und alle paar Runden einem Bonusspiel in dem man z.B. ein Auto vollständig zerdeppern musste, um die Gesamtpunktzahl am Ende in die Höhe zu treiben. Abseits dessen blieb einem dann noch der Multiplayer, in dem man gegen einen Freund antreten konnte.

 

Immer auf die Zwölf!

Die Levels und Gegner die man im Laufe des Spiels besuchte, stammten aus aller Welt. Von Russland, Mexiko und Hong Kong über den USA bis hin zu Brasilien und Groß Britanien war alles dabei. Dabei waren nicht nur die Kämpfer oft landestypisch designt, sondern auch die Locations zeigten deutlich, wo die Handlung spielen sollte. Seien es mächtige Statuen in Thailand, tropische Bars in Brasilien oder Soldaten und Jets in den USA. Street Fighter besitzt auch eine ganze Reihe an bekannten und bliebten Figuren. Aushängeschild ist meist der klassische Fighter Ryu. Auch das Monster Blanka oder Dhalsim mit den langen Gliedmaßen waren beliebte Kämpfer. Jeder hatte seine eigenen Special-Moves und Attacken. Lange Zeit war Ryu mein Favorit, bis ich irgendwann eine interessante Sieger-Pose der britischen Special-Force-Braut Cammy zu Gesicht bekam, in der sie ihren Knack-Arsch stolz in die Kamera hielt. Seit dem versuchte ich sie zu beherrschen und gut mit ihr zu kämpfen. Naja.....und seit dem bevorzuge ich weibliche Spielfiguren, wenn ich die Wahl im Spiel habe. Tja, das Auge isst mit. Ein interessantes Feature, welches ich bis dato auch nicht kannte, waren die kleinen Zeitstopps bei Treffern. Zwischendurch blieb das Bild für Sekundenbruchteile bei einem Treffer stehen. Das intensivierte den Moment und man hatte ein wenig Reaktionszeit um ggf. Combos auszuführen. Genauso wie die Zeitlupe beim finalen Schlag. War der Gegner (oder man selbst) geschlagen, flog er in Zeitlupe und dramatischem Schrei zu Boden. Sehr cool.

 

Hadoouuken!!!

Ay Caramba, da habe ich mich aber verzettelt. Beim erneuten anspielen des SNES-Hits verfiel ich gleich in meinen Kampfmodus, der sich durch Spiele wie Mortal Kombat X, Dead or Alive Dimensions oder Soul Calibur II mit den Jahren gebildet hat und schon bekam ich eins auf die Mütze. Das Erste was der Gegner machte, in dem Falle Chun-Li, war nach hinten auszuweichen bis der Rand des Stages erreicht war. Mit einem beherzten Sprung von schräg oben wollte ich ihr mit einer sanften Schlag-Tritt-Combo das Gesicht deformieren, doch ein kräftiger Schlag in meine Person ließ Cammys Knack-Arsch in die Ferne fliegen. Fail.....auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad. Danach fand ich den Flow und kloppte mich durch´s Spiel, dennoch musste ich mich an die Spielgeschwindigkeit gewöhnen, denn ein bisschen kämpft es sich wie unter Wasser. Etwas träge Beweglichkeit und keine schnelle Schlagabfolgen wie man es von vielen heutigen Spielen des Genres kennt. Man muss schon viel auf die Tricks setzen, die jeder Charakter beherrscht. Also.....auch wenn sich im Großen und Ganzen nicht viel bis zu heutigen Teilen der Street Fighter-Reihe getan hat und sich selbst neueste Ableger spielen wie die Alten, ich würde wohl dennoch auf aktuelle Teile setzen, da sie sich einfach flotter spielen. Nichtsdestotrotz ist nichts gegen eine Prügel-Partie auf dem SNES einzuwenden. Da es sich sehr arcadelastig spielt, ohne Freischaltungen oder Ähnliches, kann man es gut mal mit Kumpels einschmeißen. Die lustigen Animationen und Sounds (aus heutiger Sicht), sorgen auf jeden Fall für Retro-Arcade-Feeling.

 

 


 

 

Spielfortschritt


Grafik

Hübscher Comicstil aber es könnten ein paar mehr Animationsphasen sein.

Sound

Passend zum Land die Musik und coole Sounds aber teils auch sehr stumpf.


Steuerung

Aus heutiger Sicht irgendwie zu langsam. Die Finger sind schneller als die Animation.

GESAMT:

Cool, damals wie heute. Heute spielt sich ähnlich wie damals, nur fixer. Also lieber neue Teile.


 

 


 

 

 

Familienfreundlich
Nicht nur in Mortal Kombat gab es Blut, auch in Street Fighter. Wenn auch nicht gleich so viel. Doch wo auf dem Super Nintendo das Blut in Mortal Kombat 1 verfärbt wurde, musste auch das Blut in den Abschlussbildern eines Kampfes in Streef Fighter auf dem SNES entfernt oder gegen Schweiß ausgetauscht werden. Die Zensuren zum Guten der Familienfreundlichkeit gingen stellenweise wirklich zu weit. Auch auf dem N64 lief das noch lange Zeit so.

 

Einflussreicher Bug
Das Combo-System in Street Fighter II entstand durch einen Bug im Spiele-Code. Dieser Bug erlaubte es dem Spieler eine Angriffsanimation durch Eingabe eines Befehls zu unterbrechen und den nächsten Angriff auszuführen. Dies wurde dann in Kombination mit gezielten Eingaben in folgenden Teilen der Serie und überhaupt in vielen Spielen zum Standart. Inzwsichen bauen manche Spiele auch auf Combos auf, um vermehrt Schaden auszuteilen oder mehr Punkte zu erlangen.

 

Schwaches Geschlecht?
Im Normalfall sind Männer körperlich stärker als Frauen. In Street Fighter sind natürlich auch beide Geschlechter vertreten und sie kämpfen auch gegeneinander. Daher war mal ursprünglich angedacht, sie Energieleiste von Chun-Li kürzer zu machen, als die der anderen Kämpfer, da Frauen ja nunmal schwächer sind. Allerdings war ein anderer Designer dagegen und so endschied man sich schlussendlich, alle Energieleisten gleich zu halten.