Turok 2 - Seeds of Evil

Release: 11. Dezember 1998

Genre: Ego-Shooter

Spieler: 1-4

Konsolen: N64, GameBoy Color

 

 

Info zum Spiel

Turok 2 ist der Nachfolger des ersten N64-Ego-Shooters, welcher damals grafisch ordentlich was bot. Doch der zweite Teil ließ die Augen vieler Gamer staunen bei Betrachtung der ersten Screenshots. Turok als Marke hat ihren Urpsrung in einem Comic, welcher selbst von Acclaim stammte. Genauso wie ShadowMan und andere Franchises. Neben der imposanten Optik machte das Game auch durch die hohe Gewaltdarstellung auf sich aufmerksam, welche hierzulande natürlich nicht zu bestaunen war. Die Turok-Reihe konnte sich auf dem N64 gut behaupten, doch durch die Schließung der Entwickler-Studios hört man nicht mehr viel vom den indianischen Dino-Jäger.

 

 

I...am TUROK!

Ja da zieht es einem doch glatt die Mokassins aus! Da Turok 2 und Zelda - Ocarina of Time etwa zur gleichen Zeit erschienen, war ich auf Grund der bombastischen Grafik, doch damals tatsächlich am überlegen ob ich nun endlich mit Link ins 3D-Hyrule reisen oder eine zweite Runde mit dem Indianer ein paar Dinos metzeln sollte. Wie konnte ich nur? Meine Entscheidung fiel primär dann doch auf Zelda! Gut so. Doch damit sollte die Entscheidungsqual mit dem schwarzen N64-Modul nicht enden. Basierend auf meinen Erfahrungen von Turok 1 in Punkto Gewaltdarstellung, zog es mich doch arg zu einer UK-Version des Spiels. Jedoch verwöhnte die deutsche Fassung tatsächlich das Ohr mit einer deutschen Sprachausgabe und das war auf dem N64 äußerst selten. Doch auch hier entschied ich mich richtig für den blutigen Pfad Turoks

 

Erlebnis in Full HD.....naja nicht ganz

Als eines der ersten Spiele unterstützte Turok 2 das Nintendo Expansion Pak und somit konnte man in "High Res" spielen. Also einer hohen Auflösung von ganzen 640x480 Pixeln. Leider bekam ich diese Erweiterung erst später und musste erst mit einer halb so hohen Auflösung spielen. Halb so wild. Dennoch wusste die Grafik zu begeistern. Mehr Details, bessere Texturen, teils zerstöbare Objekte und beeindruckende Effekte. Hier war der Fortschritt von Teil 1 zu 2 sehr deutlich zu erkennen. Aber nicht nur im Bereich Grafik und Sound trumpte die Fortsetzung auf, auch in der Größe der Levels. Eigentlich schon ZU groß für viele Gamer. Waren die Levels in Turok 1 schon gewaltig, haute Seeds of Evil eine mächtige Schippe drauf. Zum Vergleich: Entsinne ich mich richtig, brauchte ich für einen Speedrun mit Cheats in Turok 1 für das 1. Level ca. 5 Minuten. Für Turok 2 brauchte es satte 15 Minuten. GoldenEye kommt einem da mit gerade mal etwas über einer Minute wahrlich mikrig vor. Doch auch die Atmosphäre hat sich stark verändert. Teils freier, teils bedrückender als Turok 1. Insgesamt jedenfalls völlig anders. Ohne Frage war aber ein ausgeprägter Orientierungsinn nötig, denn oftmals erstreckten die Bereiche sich labyrinthartig aus und andere Bereiche besuchte man auch mehrfach.

 

Splatter, Matsch, BUMM!

Zwei der Begriffe in dieser Überschrift durfte man aus der deutschen Fassung getrost entfernen. Splatter und matschige Innereien gab es dort nicht zu sehen. In der deutschen Fassung konnte man zwischen Teil 1 und 2 keinen Fortschritt erkennen, doch in den anderen Versionen schon. So war es im Erstling nur bei einem Gegnertyp möglich, ihn auseinander zu nehmen, doch in Turok 2 war dies bei fast allen Gegnern möglich, allerdings traf man hier auch nicht mehr auf Menschen. Das Metzeln und Schnetzeln in der normalen Fassung wurde auch wahrlich gefeiert. Ein Sägenblatt artiges Wurfgeschoss mit Bumerang-Funktion trennte Gliedmaßen ab und das Blut klebte schön an den Klingen. Bouncing Bettys sprangen auf Kniehöhe hoch und fetzen den Gegnern die Beine Weg. Mit Explosionsgeschossen durfte man große Löcher in die Mägen von Gorilla artigen Monstern schießen.....doch.....Turok 2 enthielt auch eine der fiesesten Waffen die ich jemals gesehen hatte. Den Cerebral Bore: Den Gehirnbohrer. Dieses gemeine, kleine Waffe schoss halbkugelförmige Bohrer ab, welche die Gegner verfolgten, sich am Kopf des Opfers festhakten und anschließend alles aus dem Biest rauswarfen, was nicht hinein gehört. Das Ganze unterlegt mit wirklich nachfühlbaren Geräuschen. Als Krönung exlodierte das Ganze und fetzte den Kopf des Feindes weg. Besonders lustig bei den Velociraptoren, denn diese hatten ohne Kopf eine echt unterhaltsame Sterbeanimation. In der deutschen Fassung ging es fast genauso spektakulär zu: Bohrer abschießen, Gegner wird verfolgt, Bohrer explodiert, alles bleibt dran, kein Blut. "Yeah!"

Beeindrucken konnte aber auch die KI der Monster. So verfolgten einige Gegner den Spieler über mehrere Areale. Andere gingen in Deckung und suchten bei Sichtkontakt eine neue Deckung. Und beim Abschießen eines der freundlichen Gehirnbohrer, flüchteten sie schreiend davon. Ein spürbar glaubwürdigeres Verhalten als noch im ersten Teil.

 

Was würd ich drum geben......

.....dieses actionlastige Abenteuer heute nochmal zu erleben, mit moderner Technik. Sicher, für damalige Verhältnisse war die Grafik eine wahre Befriedigung, doch heute sollte es zumindest flüssig laufen. Gerade unter Verwendung des Expansion Paks kommt das Geschehen schnell ins Stocken. Das macht sich besonders bei den imposanten Bosskämpfen bemerkbar. So eine Ruckelparty wäre heute undenkbar und somit legt man Turok 2 heute nur noch ein, um sich nochmal richtig auszutoben. Ein mal den ultimativen Cheat eingeben (BEWAREOBLIVIONISATHAND) und schon kann es los gehen. Gerne spielt man wieder mit den wahnwitzigen Waffen herum oder zeigt sie Freunden, denn wie schon im ersten Teil darf man sich zahlreiche, innovative Waffen auswählen. Bei den vielen "realistischen" Shootern heute, ist eine derartige Waffenwahl wirklich erfrischend. Etwas Fantasie hat in Games ja noch nie geschadet. 

 

Was ist besser? Erstling oder Fortsetzung?

Wie oben schon angesprochen, kommen beide Teile mit völlig unterschiedlicher Atmosphäre daher. Turok 1 wirkt dichter und fremdartiger. Man fühlt sich hier mehr alleine. Das liegt unter Anderem auch an dem enormen, technisch bedingten Nebel. Dadurch wirkte das Ganze etwas klaustrophobischer. Turok 2 ist fortschirttlicher mit Sequenzen und Missionen etc.! Doch das sagt mir nicht ganz so zu. Allerdings besucht man in Seeds of Evil auch extrem düstere Orte. Bedrohliche Orte. Doch die "klare" Grafik lässt alles "einladener" erscheinen als Turok 1. Auch die Waffenwahl ist in Turok 2 komfortabler durch ein Waffenrad, statt die Ballermänner durchzuscrollen. Unter´m Strich mag ich aber beide Spiele sehr. Turok 2 hole ich auch heute noch immer wieder mal gerne raus zum metzeln oder um es Freunden zu zeigen. Aber zum nochmaligen Durchspielen ist das Geschehen schlicht zu ruckelig und die Levels einfach zu gigantisch. Besonders weil es teils nötig ist eine gewisse Anzahl an Objekten wie Schlüssel einzusammeln und wenn man die dann am Ende nicht hat, muss man das Level nochmals besuchen und das kostet Nerven. Remaked das Spiel auf Wii U mit Pointer-Steuerung und ihr könnt mein Geld haben. 

 

Die Retro-Empfehlung

Turok 2 ist ein Pflichttitel, egal ob damals oder heute. Technisch auf höchstem Niveau für N64, eine interessante Auswahl an Waffen, relativ hoher Schwierigkeitsgrad, sehr weitläufige Levels und viel zu entdecken. Zweifelsfrei empfehle ich hier klar die UK-Version, denn egal ob man ein Gore-Freak ist oder nicht: Ohne die visuelle Auswirkung der Waffenpower auf die Gegner, macht ein Ego-Shooter dieser Klasse eben nur halb so viel Spaß. Und zu damaliger Zeit war Turok 2 ein weiterer Titel der klar allen Hatern zeigen konnte, das das Nintendo 64 keine Kiddie-Konsole ist, sondern auch mit Erwachsenenspielen auftrumpfte, wo Andere nur staunen konnten.

 

 


Spielfortschritt


Grafik

Viele Details, beeindruckende Effekte und teils zerstörbare Umgebungen. Klasse.

Sound

Sprachausgabe super. Explosionen laut. Musik aber wenig einprägend.


Steuerung

Ähnlich wie in Turok 1. Dafür Waffenrad, dennoch gewöhnungsbedürftig.

GESAMT:

Ein AAA-Titel und gehört in jede N64-Sammlung!


Unser Video:

 

 

Zweite Meinung:

Zuerst möchte ich anmerken, das meine "Rezension" nicht die deutsche Fassung umfasst. Nun zu meiner Meinung: Ich selbst bin zwar kein Fan von Ego-Shootern, aber das Spiel ist wirklich eine Augenweide. Mit einer riesigen Auswahl an Waffen macht es echt Spaß, den Monstern Löcher in die Brust zu ballern, mit der Kreissäge Körperteile abzutrennen und einfach zusehen wie wasserfallartig fließt. Noch interessanter ist es zu sehen, das auf einem N64-Spiel das Blut auf der Kreissäge kleben bleibt und nicht blitzblank wieder zurückkommt nachdem man den Gegner zu Schnitzel verarbeitet hat. Dies alles kombiniert mit einer sehr guten 480p Grafik, macht das "Gesamtpaket" zu einem tollen Erlebnis.

 

Der erste Turok-Ableger war der erste Ego-Shooter meines Lebens. Ich kann mich noch gut erinnern, wie beeindruckt ich von den Dinosaurier-Roboter-Gegnern war (geschnittene Version). Jedoch zeichnete sich bei Beginn eine Motion Sickness bei mir ab, lustig im Nachhinein. Turok 2 war eines meiner Lieblingsspiele für das N64. Nie selbst besessen, aber mit bzw. für einen Kumpel immer wieder gespielt. Persönlich empfand ich das Spiel als "nächste Stufe" des N64. Tolle Sprachausgabe, wirklich hübsche Charaktermodelle, geniale Lichteffekte und riesige Spielewelten. Teil 2 ist meiner Meinung nach das Highlight des Franchises.

 


 

 

 

Entwicklungs-Infos

Was heute schon öfter mal vorkommt, war damals sehr ungewöhnlich: Turok 2 wurde schon angekündigt, bevor Turok 1 überhaupt erschien. Die Teamgröße war etwa so groß wie im ersten Teil und bestand aus etwa 18 Mitarbeitern, wurde im Laufe der Entwicklung aber mehr. Innerhalb von 21 Monaten wurde das Game fertiggestellt und forderte über 10.000 Stunden Game-Testing bevor es veröffentlicht wurde. Der Einsatz des Expansion Paks basierte auf den Besitz und Präsentation von 64DD Dev-Kits, welches das Expansion Pak beinhaltete. Allerdings zog das auch einen verspäteten Release nach sich.

 

Gehirne und ihre Gedanken

Die Entstehung des Cerebral Bore entstand während eines Brainstorming für das Waffendesign und Funktionen. Grundgedanke war es eine Waffe zu erschaffen, die den Gegner langsam und qualvoll streben lässt. Der Vorschlag einer "Blutegel-Waffe" wurde allerdings abgelehnt und daraus entstand der Gehirnbohrer, wie wir ihn jetzt kennen.

 

So wurde für Turok 2 geworben