Road Rash 64

Release: 17. Dezember 1999

Genre: Fun-Racer

Spieler: 1-4

Konsolen: N64

 

 

Info zum Spiel:

In der seit 1991 laufenden Reihe geht es im Prinzip nur darum, mit seinem Motorrad als Erster durch´s Ziel zu fahren. Dabei behelfen sich die Straßenmaschinenfahrer und Chopperfahrer an diversen Waffen wie Schlagstöcke, Ketten oder Riesenbananen. Ansatzweise mit Mario Kart vergleichbar, muss man seine Kontrahenten aus dem Weg räumen, um als Erster das Ziel zu durchfahren. Im Vergleich zu den ersten Teilen, bietet Road Rash 64 eine offene Spielewelt, in der man sich über Straßen und Wiesen frei bewegen kann. Der eigentliche Spaß bleibt aber beim Verprügeln der Gegner. Basieren tut der Teil aber auf Road Rash 3D für PlayStation.

 

 

Wild und frei

Normale Rennspiele, bzw. Rennsimulationen sind nix für mich. Damals nicht und heute nicht. Und die einzigen Motorräder die ich damals fahren wollte, waren die überschnellen Bikes aus Extreme-G. Doch als ich von Road Rash 64 hörte, wurde ich doch mal aufmerksam. Hier ging es rau zu und das bei völliger Freiheit in einer großen, offenen Welt. Einfach nur cool durch die großen Landschaften Amerikas zu cruisen, war eine großartige Vorstellung für mich und tatsächlich machte das auch enorm Laune. Es war klasse, einfach den Kopf auszuschalten und die Welt an sich vorbei ziehen zu lassen. Doch so toll das auch war, darum ging es nicht in Road Rash 64. Es ging darum erster zu werden. Es ging darum als Chopperfahrer, den Straßenmaschinen zu zeigen wo der Hammer hängt, sie ordentlich zu vermöbeln.  Doch wehe dem, man haute einem anderen Chopperfahrer mal eins auf die Mütze, dann wurde man auch selbst zum Opfer. Mit fortschreitenem Kampagnenfortschritt bekam man auch bessere Bikes. Klingt mal erst nicht sonderlich spektakulär, doch der eigentlich Spaß ließ sich in den Straßenkonflikten finden...

 

*pling*

Es ging fast zu wie in Mario Kart 64. Nur härter. Auf den Rennstrecken verteilt gabe es immer wieder Waffen aufzusammeln die man meist so lange behalten konnte, wie man wollte. So konnte man sich mit einem Polizeiknüppel durch die Massen prügeln oder dem Gegner eine Kette über die Rübe ziehen. Doch es gab keinen zufriedenenstellenderen Moment wie den, wenn man seine starre Waffe in die Speichen des Kontrahenten hielt und Dieser mit einem bestätigendem *PLING* die Strecke auf unkonvetionelle Weise verließ. Eine unvergleichliche Zufriedenheit gefolgt von einem hämischen Grinsen machte sich breit. Doch das hieß nicht, das man anschließend wehrlos war, auch wenn man seine Waffe durch diese Aktion verlor. Das Schlagen und Treten war stets erwünscht. Auch so konnte man die anderen Fahrer von ihrem Bike trennen. Wirklich amüsant wurde es aber dann, wenn man sich einen doppelten oder vierfach Schaden ergatterte. Ein beherzter Tritt gegen ein gegnerisches Mopped genügte und er schoss regelrecht aus dem Blickfeld ins nächste Gebüsch oder Haus. Das war befriedigender als jeder blaue Panzer in Mario Kart.

 

Spielspaß HUI, Technik PFUI

Man kann also schon rauslesen, im Spielspaß wurde Einiges geboten und das mit einfachen Mitteln. Nicht nur alleine, sondern auch wenn man z.B. mit einem Freund die Rennen fuhr, waren Lacher garantiert. Ich werde nie vergessen wie ich damals mit einem Kumpel Rennen fuhr, wir aber immer Coop unterwegs waren, auch wenn es diesen Modus nicht gab aber wir prügelten uns einfach nie gegenseitig. Einmal führten wir wie die Kings die Spitze des Rennens an, machten uns nebeneinander auf der Straße breit. Ich normal und er auf der Gegenspur. Nun....in Road Rash 64 gab es auch andere Verkehrsteilnehmer und so geschah es, das wir einen Hügel hoch fuhren und plötzlich auf der Gegenspur ein LKW hinter dem Hügel auftauchte. KLATSCH war mein Kollege plötzlich aus dem Bild. Ich habe mich so weggelacht das ich von der Bahn ab kam und mein Ende an einer grasenden Kuh fand. Dabei flogen ich und das Bike hunderte Meter weit auseinander. Herrlich. Da kitzelte auch die lustige Physik die Lachmuskeln, doch prinzipiell waren die Bikes auch recht gut zu steuern, so das man eher aus Dusseligkeit einen Crash baute, doch die abschließenden Motorräder (wie auf dem Bild) waren dermaßen overpowered, das sie überhaupt nicht zu kontrollieren waren. Eher Gag als echter Sinn. War aber lustig wenn man einfach durch die weiten Landschaften fliegen wollte. Ohne das Open-World Thema hätten diese Extrem-Bikes noch weniger Sinn gemacht. Allerdings wurde diese freie Welt mit wirklich mieser Grafik erkauft. Schon damals war Road Rash 64 kein Augenschmaus. Zwar lief es mit dem Expansion-Pak was besser aber schön war anders. Doch das nahm man hin. Die Freuden an der Zweirad-Prügelei waren so groß, das die Technik hinzunehmen war. Doch so oft ich es damals zockte, so lange habe ich es jetzt auch nicht mehr drin gehabt. Also denn. Werfen wir doch nochmal einen Blick ins Spiel...

 

 

Etwas hat sich verändert....aber ganz wie früher.

Ayayayayay tut die Grafik in den Augen weh. Es war damals mit das Schlechteste auf dem N64 und heute schmerzt der Anblick nur umso mehr. Auch wenn man berücksichtigt, das es eine echt große Welt ist die man befährt, kein Vergleich zu Zelda - Ocarina of Time. Doch die Gräser sind weiter ab von den Straßen kaum noch zu erkennen bzw. erkennt man keine Hügel. Eine grüne Fläche und ab und zu fällt das Motorrad einfach ein Stückchen herunter. Aber man sollte ja auch auf der Straße bleiben und eines muss ich gleich sagen: Das herumcruisen macht heute nun wirklich keine Freude mehr. Leblose Straßen, matschige Gegenden und Gebäude vermitteln heute nicht mehr dieses Freiheitsgefühl wie damals. Wenn ich große Welten mit dem Mopped bereisen will, setze ich mich heute lieber an The Crew auf der PS4 aber Road Rash 64 ist da out. Was aber immer noch eine heiden Freude bereitet, sind die Auseinandersetzungen auf der Straße. Ich denke das es niemals aufhören wird Spaß zu machen, einen anderen Biker von seinem hohen Ross zu kicken und dabei einen weiteren Gegner um zu reißen. Es wird immer ein Grinsen auf´s Gesicht zaubern, wenn man die Speichen eines Kontrahenten verklemmt und er im hohen Bogen Bekanntschaft mit dem Asphalt macht. Tatsächlich fällt da die miese Optik schnell in den Hintergrund. 

 

Tierischer Spaß aber altbacken! Was tun?

Eine Sache hat mich gleich zu Beginn doch wieder sehr positiv überrascht: Die Steuerung. Besonders die Straßenmaschinen lassen sich hervorragend kontrollieren. Klar muss man in den Kurven auch mal vom Gas gehen aber es gibt freundlicherweise stets Kurvenansagen, so das man eigentlich nie unvorbereitet in eine Kurve schlittert. Dennoch, Unfälle gibt es doch Viele. Selbst wenn man umsichtig fährt, gibt es häufig mal wilde Rangeleien zwischen den Fahrern was oft unweigerlich zur Zerstörung führt. Doch das ist eher amüsant als ärgerlich. Da ärgert es mehr, wenn die Polizei einen erwischt. Das kostet nicht nur Geld, das beendet auch das Rennen. Wirklich doof ist aber die Karriere im fortgeschrittenen Level. Je Level gibt es eine höhere Bike-Klasse und die Klassen sind, wie oben schon erwähnt, dermaßen übertrieben das man keinerlei Kontrolle mehr über die Boliden hat und somit ständig am rutschen ist und vor Wände knallt. Uncool. Aber zum Glück kann man im schnellen Spiel noch die alten Levels und Motorräder fahren. Also: Alles in Allem ist der Spielspaß eine Wucht, doch die Technik hinterlässt irgendwo einen faden Beigeschmack. Doch es kommt bald Abhilfe. Ein Kickstarter-Projekt wird vorraussichtlich im Sommer 2016 einen geistigen Nachfolger an den Mann bringen. Road Redemption, wie der Name des Games ist, erweitert das Grundprinzip mit neuen (Schuss-)Waffen, höherer Geschwindigkeit und neuen Modis. Bei Steam kann man schon eine Eary Access-Version kaufen. Nun freue ich mich auf die kommende PS4-Version. Pflicht.

 

 


Spielfortschritt:


Grafik

Echt gruselig aber das N64 muss ja auch eine gewaltige Welt berechnen. Für´s Auge aber mies.

Sound

Musik sehr nervig aber Prügelsounds top. Viel mehr gibt es auch nicht. Naja.


Steuerung

Bis auf den Fail der Extrem-Bikes ist die Steuerung enorm gut!

GESAMT:

Trotz der grausigen Technik holt der Spielspaß alles raus. Sollte man gespielt haben!