Doom 64

Release: 2. Dezember 1997

Genre: Ego-Shooter

Spieler: 1

Konsolen: N64

 

 

Info zum Spiel:

Der Urvater des Ego-Shooter Genres und Kultserie Doom wissen besonders alte Hasen zu schätzen. Gleich mit Kollegen wie Duke Nukem oder Quake, hat auch Doom die Gamer begeistert. Auch die vermeindliche "Familien-Konsole" Nintendo 64 bekam einen eigenen Ableger aus der Doom-Serie. In Deutschland allerdings wurde der Titel nicht veröffentlich da das Game noch zu einer Zeit erschien, in der in den Medien das Wort "Doom" nichtmal ausgeschrieben werden durfte. Aus heutiger Sicht dürften die Gore-Effekte keinen Teenie mehr schocken und Nachprüfungen älterer Doom-Ableger bekamen sogar einen "USK 16" Stempel.

 

 

Alles in 3D....ne...nicht ganz

Das ist schon witzig. Da bekam man schon ganz früh in der N64-Zeit so Grafik-Knüller wie Turok oder GoldenEye und dann kam Doom.....mit platten Gegnern. Genau, platte Gegner. Das Kanonenfutter bestand nämlich nicht aus Polygonen voll in 3D, wie man es nun schon kannte, sondern es waren nur herumlaufende Bilder, die sich je nach Perspektive anders zeigten. Der Grund dafür war klar: Man wollte die Gegner möglichst detailliert zeigen und in 3D war das damals noch nicht möglich. Also griff man zu animierten Bildern. Doch Doom stand mit der Technik nicht alleine da. Auch Duke Nukem 64, Hexen 64, Clayfighter 63 1/3, Killer Instinct Gold und Mario Kart 64 griffen auf diese Methode zurück. Im Falle der genannten Shooter war das auch halb so wild, da sie nicht auf dem N64 ihre Premiere hatten, sondern auch schon Anfang, Mitte der 90er auf dem PC so aussahen, nur konnte Nintendos 3D-Konsole das Ganze nun hübscher darstellen. Schärfere Texturen und mehr Details wie Effekte. Dazu war Doom 64 komplett eigenständig und kein Remake der PC-Version. Viel Aufmerksamkeit und Arbeit um einen brutalen Shooter auf eine angebliche Kiddi-Konsole zu bringen.

 

Atmosphäre: Dicht! Gewalt: Volle Möhre!

Nun, das ich das letzte mal Doom 64 gespielt habe....das ist schon eeeecht lange her aber mal sehen woran ich mich noch erinnere. Aus grafischer Sicht konnte Doom 64 natürlich schon damals nicht voll überzeugen. Einfache Strukturen in den Levels und kein Vergleich zu anderen Shootern auf dem N64, doch in Punkto Atmosphäre haute Doom 64 voll rein. Die dauernd erdrückende Stimmung zog sich durch das ganze Spiel und man fühlte sich nie sicher. Erst recht nicht, weil man nie wusste wo ein, oder gleich viele Gegner herkommen könnten, den es gab zig Verstecke und geheime Türen, die man vorher nur als Wand gesehen hat. Dahinter konnten sich gerne mal 3, 4, 5, oder mehr Monster verstecken. Überhaupt setzte Doom viel auf den Orientierungssinn des Spielers. Man wurde an keiner Stelle an die Hand genommen. Drückte man einen Schalter, ging irgendwo eine Tür auf. Zumindest hörte man das. Aber WO diese Tür war, musste man selbst herausfinden. Super. Das führte manchmal aber auch dazu das man so an dem neuen Durchgang vorbei lief, weil man es schlicht nicht als neuen Gang erkannte. Kaum ein Spiel brachte das "Völlig-Allein"-Gefühl so gut rüber, wie Doom

 

Let´s fetz!

Ok, ganz so alleine war man nun doch nicht. Man schleppte ein Hand voll schlagkräftiger Freunde mit sich rum. Ein bekannter und beliebter Wegbegleiter in der Serie war die Kettensäge, welche hier sogar gleich doppelt ausgerüstet war. Diese Waffe war, ist und bleibt ein Spaß, auch wenn sie für große Horden von Monstern dann doch was zu lange brauchte um sich effektiv durchzumetzeln. Schnell konnte man da auch von der Seite oder hinten verletzt werden, während man sich durch sein Opfer sägte. Doch wie damals üblich, konnte man seine Energie durch im Level verteilte Health-Paks wieder aufstocken. Man durfte seine Lebensenergie auch über die Grenzen hinaus bringen, allerdings hielt das nicht ewig an, denn im Sekundentakt ratterte der Zähler wieder runter auf das Standart-Maximal-Niveau. das brachte eine gewisse, taktische Komponente mit sich, denn diesen zusätzlichen Schub an Energie wollte man natürlich nicht verschwenden. Gleiches galt auch für die richtig dicken Wummen. Bevor man den Raketenwerfer zückte, oder die beliebte BFG (Big Fucking Gun), versuchte man doch erstmal mit der Schrotflinte zu überzeugen.

 

 

Buuääärrrrrrrgh!!!

Geilo. Schon das Intro in dem das Logo von Doom entsteht, kommt hammer. So ähnlich habe ich es mir damals bei Zelda - Ocarina of Time gewünscht. Natürlich weniger.....gruselig. Das macht Lust auf mehr. Und tatsächlich lässt sich Doom immernoch angenehm flüssig und einfach spielen. Nach ein paar Korrekturen in der Steuerung (die von Haus aus doch recht dämlich ist), hat man auch schnell die volle Kontrolle über den Marine, immerhin lassen sich alle Befehle voll flexibel auf die Tasten aufteilen, so sollte jeder seine Variante finden. Das Gameplay in sich ist recht flott aber gut kontrolliert. Da die meisten Gegner nicht sie Schnellsten sind, kann man sich gut auf die Angriffe einstellen und die volle Ladung Blei in die Monster ballern. Und das auch ohne Einschränkung, denn im Vergleich zu den üblichen Shootern heute, muss niemals nachgeladen werden. Die Ballermänner spucken so lange bis nix mehr da ist. Das spart Zeit und eine Taste auf dem Controller. Ungewohnt: Man kann nicht nach oben und unten schauen. Höher gelegene Gegner werden in vertikaler Linie automatisch erfasst. Eine Sprungtaste wird ebenfalls nicht benötigt denn.....man kann garnicht erst springen. Dafür aber sprinten, um über gewisse Abstände drüber zu "gleiten". Ja, in der Welt der Dämonen ist alles ein bisschen anders.

 

Doomdidoomdidoomdidoom!

Es gibt auch eine Taste für die Karte. Und die wird man häufiger brauchen als man denkt. Schon in den ersten Levels macht das Spiel klar: Dir wird nicht kein bisschen geholfen. Kein Hinweis, welche Tür sich denn nun geöffnet hat. Oftmals keine klaren Hinweise, das es sich überhaupt um eine Tür handelt. Es gibt geheime Öffnungen und gar NoClip-Wände, also scheinbare Wände durch die man einfach durchlaufen kann. Dazu die bekannten Schlüsselkarten, die teils versteckt sind, um bestimmte Tore überhaupt öffnen zu können. Und dieser ganze Spaß in labyrinthartig aufgebauten Levels. Ohne Karte wird man sich über kurz oder lang alle Nase lang verlaufen. Gewürzt wird das Ganze damit, das gelegentlich sich Türen öffnen hinter der sich mal mehr, mal weniger Dämonen verstecken und es kaum abwarten können sich auf den Spieler zu stürzen. Ja, man wird hier wirklich nicht an die Hand genommen und das unterstützt auch die Atmosphäre. Man ist alleine. Auch die Soundeffekte tun da ihren Job. Zumindest unterschwellig. Von Musik können wir hier nicht reden aber die Geräusche, klingen sie manchmal auch instrumental, vermitteln ständige Unsicherheit und lauernde Gefahr.

 

Funktioniert irgendwie immernoch.

Trotz oder vielleicht gerade wegen der dumpfen Soundeffekte, der matschigen Grafik und seltsam anmutenden Gegner, wirkt das Spiel recht befremdlich und das wiederum unterstützt die spezielle Atmosphäre. Das heißt, selbst heute funktioniert das Spiel noch. Aus grafischer Sicht muss man aber sagen das es N64-Spiele gibt, die besser gealtert sind. Der Aufbau der Levels ist sehr technisch und daher sind die Strukturen auch sehr einfach und eckig. Sowas könnte heute jeder mit Programmen wie den Cube 2 - Sauerbraten-Editor selbst ruckzuck nachbauen. Schlimmer sind aber teilweise die farblichen Gegebenheiten. Es gibt Bereiche die sehr dunkel sind dann mit grell blauen Elementen bestückt sind. Das ist schon hart für die Augen. Auf der Haben-Seite sind aber bspw. ein paar dynamische Lichteffekte. Hier und da gibt es z.B. ein rotierendes Licht, welche auch die Schattenverhältnisse ändert. Zwar selten, aber das konnte nicht jedes N64-Spiel von sich behaupten, besonders nicht in der frühen Zeit der Konsole. In Punkto Gegner stört es nicht allzusehr, das sie alle nur flache Erscheinungen sind. Die Gewaltdarstellung kann sich auch in 2D sehen lassen, schön wären allerdings ein paar Animationsphasen mehr gewesen, so bewegen die Monster sich immernoch recht ruckelig. Alles in Allem kann man sich Doom 64 in jedem Falle geben. Keine Sequenzen, keine Unterbrechungen, einfach nur ballern und zusehen das man noch weiß, wo man ist.

 


 

 

Spielfortschritt


Grafik

Echt kein Augenschmaus aber war damals halt Doom-Stil. Atmosphäre kommt dennoch rüber.

Sound

Tja, ähnlich wie bei der Grafik. Nicht auf der Höhe der Zeit aber unterstreichen die Atmo.


Steuerung

Problemlos zu steuern aber ein Waffenrad wie in Turok wäre nett gewesen.

GESAMT:

Ähm...: Kult! Klarer Titel den man gespielt haben sollte. Doom halt!


 

 


Unser Retro-Look