Mario & Yoshi

Release: 17. Dezember 1992

Genre: Puzzle

Spieler: 1-2

Konsolen: NES, Game Boy, Wii VC, 3DS VC, Wii U VC

 

 

Infos zum Spiel:

Yo-Yo-Yo-Yo, Yoshi! Yoshi war DER neue Star im Mario-Universum. Bis heute äußerst beliebt und, seien wir mal ehrlich, einfach nur knuddelig, musste man den Hype rund um den tilgenden Eierleger, eingeführt in Super Mario World, selbstverständlich nutzen. Selbstredend, dass man schnellstmöglich ein paar Spiele entwickeln musste, die den Dinosaurier in den Mittelpunkt stellen. Was ist dafür besser geeignet, als ein schnell programmiertes Puzzle-Spiel?

Mario & Yoshi, im Rest der Welt nur als Yoshi bzw. Yoshi´s Egg bekannt, erschien zeitgleich für NES und den Game Boy und stellt eine weitere Abwandlung des bewährten Tetris-Konzeptes dar. Ob es sich hierbei um einen gelungenen Ausflug in ein anderes Genre handelt? "Aaaach, Mario und Yoshi arbeiten hier zusammen, was soll da schief gehen?" ... Täuscht euch da mal nicht, liebe Retro-Freunde...

 

Einmal Blooper-Calamari mit Gumba-Trüffel bitte!

Puzzle-Spiele funktionieren meist so: bestimmte Objekte fallen vom oberen Bildschirmrand herunter und müssen paarweise oder platzsparend gestapelt werden, um Punkte zu sammeln und Reihen aufzulösen. Manche dieser Spielformen bieten gewisse Kniffe und sind mal mehr, mal weniger komplex.

Mario & Yoshi gehört hier zur simpelsten und gleichsam anspruchslosesten Gattung des Genres. Die beiden Freunde veranstalten ein nettes Festfresschen für Vielfraß Yoshi, indem die herunterfallenden Gegner aus dem Pilzkönigreich (u. a. Gumbas, Piranha-Pflanzen, Buu Huus und Blooper) auf Tabletts stapeln, von denen es vier Stück auf dem Spielfeld gibt. Befindet sich Mario, mit ausgestreckten Armen, unter den Tabletts und dreht sich per Knopfdruck, so vertauscht man die Reihenfolge dieser und damit der gestapelten Gegnerschar. Da immer zwei Gegner gleichzeitig an verschiedenen Stellen herunterfallen, sollten die Essensunterlagen rechtzeitig und mit Voraussicht so positioniert werden, wie man die Türme gestapelt haben will. Liegen zwei Gegner derselben Art aufeinander, so lösen sich beide auf.

Aber das ist in den Augen (bzw. eher dem Magen) von Yoshi nicht der richtige Weg, schließlich will er die Bowser-Schergen ja verspeisen. Deshalb sollte der Spieler auf die Eierschalten-Teile achten. Diese fallen manchmal ebenfalls herab, wobei es hier eine untere und eine obere Eierhälfte gibt. Alle Gegner, die sich aufgetürmt zwischen beiden Eiersegmenten befinden, werden aufgelöst und lassen einen "neuen Yoshi" entstehen. Je mehr Monster sich dazwischen befunden haben, umso größer wird der Yoshi sein und umso mehr Punkte landen auf dem Konto. ...Ob Yoshi durch die Geburt eines neuen Artverwandten seinen Hunger stillen kann? Wenig logisch, aber so zumindest Story und Gameplay. Wer Widersprüche findet darf sie behalten. Sie sind Beilagen zum Dessert.


Bitte eine zweite Gabel zu meiner Bestellung, wir essen zu zweit!

Das ist das Spielprinzip von Mario & Yoshi und der Leser hört schon heraus, dass es sich hierbei um ein weit simpleres Puzzle-Ereignis als beim Original Tetris oder anderen Genre-Verwandten handelt. Die Spielmodi dagegen gleichen 1:1 denen des Vorbildes: Bei Type A spielt man so lange, bis einer der aufgetürmten Stapel den oberen Bildschirmrand überragt, dann ist nämlich das Spiel (in allen Modi) verloren. Type B ist der "Level-Modus", bei welchem es darum geht, alle Schwierigkeitsstufen durch bestimmte hohe Punktzahlen zu erreichen. Dann gibt es da noch den Mehrspieler-Modus für zwei Spieler. Hierbei darf der Mitspieler in die Haut der ewigen Nummer 2, also Luigi, schlüpfen. Der Kampf und Punktzahlen und das nackte Überleben beginnt und stellt den besten Punkt des Puzzlers dar. Schafft man es, einen möglichst großen Yoshi "zu erstellen", so erhält der Gegenüber einen Schub an Kalorienbomben und hat es nicht mehr so leicht. Wie im Genre üblich. Mehr Modi gab es zu damaliger Zeit eigentlich nicht in Puzzlern und auch hier kann man keine besondere Zugabe erwarten. Schade, denn vielleicht hätte man damit noch einiges reißen können...


Es fehlt die Würze

Es ist schön, wenn man verschiedene Puzzler auf seiner Konsole oder dem Handheld geliefert bekommt. Denn irgendwie bringt jedes abgewandelte Spielprinzip Abwechslung und Spaß. Mal sind die Ableger mehr, manchmal aber auch weniger gelungen. Im Falle von Mario & Yoshi muss man leider sagen, dass es sich hier nicht um ein besonders delikates Festmahl für den Spielergaumen handelt, sondern eher um eine Schlaftablette. Vielleicht kann man es als Einsteiger-Titel in die Puzzle- oder gar Videospiele-Welt nutzen. Wobei das auch nach hinten losgehen kann. Mich als Mario- und Yoshi-Fan der ersten Stunde hat dieser Puzzler richtig abgeschreckt gehabt. Nach wenigen Minuten hat man tatsächlich alles gesehen, was das Modul hergibt. Durch die simple Spielmechanik, die keine taktischen Möglichkeiten wie Tetris bietet, stellt sich auch keine wirkliche Spieltiefe ein. Für 5 bis maximal 10 Minuten ein netter Zeitvertreib, mehr aber beileibe nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand nach der ersten Spielesession gerne erneut Mario & Yoshi einlegt. Dafür gibt es auf demselben Nintendo-System einfach viel zu viel, weitaus bessere Konkurrenz im Puzzle-Genre. So kann man leider sagen, dass es sich bei Yoshis Fressorgie für NES und Game Boy um den schlechtesten offiziellen Titel mit unserem Lieblings-Reittier handelt. (JA, Yoshi IST unser liebstes Reittier, und ich möchte hier KEINE perversen Diskussionen ausarten sehen!)
Dass Yoshi auch anders kann, nämlich besser Puzzeln, bewies er in den darauffolgenden Jahren, aber dazu an anderer Stelle auf Retrodox mehr. Mit Mario & Yoshi werdet ihr leider keinen guten Yoshi- oder gar Puzzle-Titel finden.


Mit den Jahren noch unbeeindruckender

Eigentlich ist schon alles gesagt: Mario & Yoshi ist ein sehr eintöniger, langweiliger Vertreter seines Genres und dem Namen zweier großer Videospiel-Prominenten gar nicht würdig. Schon während seiner Erstveröffentlichung war der Titel mehr schlecht als recht und nur "schlicht" reicht nicht. Da in den vielen Jahren weitere, wirklich gute Puzzle-Vertreter veröffentlicht wurden, die tatsächlich frischen Wind in die Spielelandschaft gebracht haben und auch Tetris selbst nicht stillgestanden ist muss man sich einfach eingestehen: nicht alles was Retro ist wird zu Kult, nicht alles davon ist auch heute noch eine Investition oder ein An- und Durchzocken wert. Die 5 €, welche der Titel auf Virtual Console heutzutage kostet, sind nicht gerechtfertigt, schon gar nicht aber der damalige Vollpreis! Tja, lieber Mario, da hast du wohl die Teller zu hoch gestapelt.



 

 

Spielfortschritt


Grafik

Ansich schöne Sprites, nur wird das Spiel unglaublich schlicht dargestellt. Langweilig!

Sound

Die wenige Musik hat leider den Hang, schnell nervig zu werden. Tödlich für Puzzler!


Steuerung

Es gibt nicht viel zu tun, dafür aber geht die Steuerung direkt in Fleisch und Blut über.

GESAMT:

Diesen Fraß kann Yoshi alleine essen! Zu simpel, zu langweilig, hinter aller Konkurrenz.


 

 


 

 

 

Monster-Essen für Yoshi, danach Pocket Monsters

Habt ihr gewusst, dass der Erfinder der Pokémon verantwortlich ist für diesen Yoshi-Puzzler?

Satoshi Tajiri war als Director für den Titel verantwortlich, das Spiel war die erste Arbeit von GameFreak, welche für Nintendo erfolgte. Der Mann hinter dem Pokémon-Kampfsystem, Junichi Masuda, komponierte die Musik dazu.

Ein Wunder, dass nach dieser wirklich schwachen Leistung eine der größten Spielemarken der Welt folgen konnte! Hut ab!

 

So wurde geworben: