Starfox Adventures

Release: 22. November 2002

Genre: Action-Adventure

Spieler: 1

Konsolen: GameCube

 

 

Info zum Spiel

Die Starfox-Reihe gehört eigentlich dem Genre der Rail-Shooter an. Heißt, das man sich automatisch durch das Level bewegt und der Spieler versucht, möglichst viele Gegner zu erledigen. So ballerte man sich auf dem SNES und N64 durch abwechslungsreiche Levels auf Highscorejagd. In Starfox Adventures verlässt der schlaue Fuchs seinen Arwing und ist meist zu Fuß unterwegs, erforscht diverse Planeten und erlebt Abenteuer. Dieser Genre-Seitensprung wurde von den Göttern der Entwicklerbranche erschaffen: Rare! Die Kopfe hinter Spielen wie Donkey Kong Country oder GoldenEye ließen Fox McCloud auch mal frische Luft schnappen und das technisch auf hohem Niveau, wie von Rare gewohnt. Gleichzeitig war Starfox Adventures aber auch Rares letztes Game für Nintendo, denn schon zuvor war bekannt, das Microsoft die britische Softwareschmiede kaufen wird.

 

 

Treffen der Gezeiten

Auf Starfox Adventures habe ich mich damals riesig gefreut. Warum? Nun, ich habe zig Stunden mit Lylat Wars verbracht (Starfox 64) und war ein begeisterter Zelda-Fan. Ein Mix aus Beidem konnte doch einfach nicht enttäuschen, erst recht nicht da es aus den Händen von Rare entstand. Als Sahnehäubchen dann auch noch einen Dinosaurierplaneten als Schauplatz! Wahnsinn. Und schon am Anfang wurde ich buchstäblich umgehauen, was nicht zuletzt auch an der phänomenalen Grafik lag. Interessant war dabei jedoch auch die Zusammenstellung der Elemente. In einem futurischen Raumschiff landet ein sprechender Fuchs auf einem Planeten, bewohnt von seit millionen von Jahren ausgestorbenen Wesen, die ebenfalls (ihre eigene Sprache) sprechen, und bebaut mit uralten, teils verfallenen Gebäuden. Da kam keine Epoche zu kurz. Als ich dieses idyllische Zusammenspiel mal erst ausreichend auf mich habe wirken lassen, konnte ich mit dem Abenteuer beginnen.

 

Ich fühle mich irgendwiiiee......plüschig!

Etwas, was durch das ganze Spiel hinweg immerzu zu begeistern wusste, war die technische Präsenz! Auch Jahre danach gab es kaum ein Spiel in der Generation, das an die Grafik von Starfox Adventures heran kam und dieses Game erschien ganz zu Beginn der GameCube-Ära. Was hätte Rare da wohl noch über die Jahre hinweg zaubern können....! Neben den tollen Texturen und der klaren Darstellung, stachen zwei grafische Aspekte ganz besonders hervor: Das Wasser und das Fell. Die Spiegelungen im Wasser waren seinerzeit schlicht überwältigend, trotz des imposanten Wave Race: Blue Storm zuvor. Damals schon fiel mir aber negativ auf, das Fox sich irgendwie im Wasser spiegelte, obwohl er zwischen dem Wasser und der Kamera stand. Irgendwie war da so ein spiegelnder Schleier um seine Kontur, wenn er zwischen Fluss und der Kamera stand. Heute sehe ich diese Begleiterscheinung aber noch immer in manchen Spielen. Also kein gelöstes Problem. Was aber das Fell angeht, war die Darstellung damals schlicht revolutionär. So echtes Fell (oder.....überhaupt Fell), hatte ich noch nie gesehen. Fox und andere haarige Freunde wirkten richtig plüschig. Einfach faszinierend damals. Übrigens wurde die gleiche Technik auch direkt mal für das Gras angewandt. Statt einfacher grüner Flächen, sah man das Gras richtig hervorstehen und das machte viel für den Gesamteindruck aus. Ohne diesen Effekt, hätte das Game nicht so beeindruckend ausgesehen. So "tricksten" manche Spiele später auch noch, wie z.B. Xenoblade Chronicles. Ohne die schönen Wiesen würde ein starker Teil der Grafik fehlen. Einziger Punkt war nur, das die Wiesen in Starfox Adventures natürlich ebenfalls plüschig aussahen, doch das machte nix. Das Auge wurde verwöhnt.

 

 

The legend of Starfox

Wie oben schon erwähnt, schaute sich Starfox so Manches von Zelda ab und das war auch vollkommen in Ordnung. Allerdings hatte das zur Folge, das ich dieses Spiel auch so angegangen bin. Ständig verglich ich es mit Zelda. So habe ich für Ocarina of Time etwa meine 86 Stunden gebraucht, bis ich es durch hatte. Als ich in Starfox schon nach rund 20 Stunden die 40% Marke sah, war ich doch schon ein wenig enteuphorisiert. Auch der klassische Aufbau von Zelda (Oberwelt -> Dungeon -> Neue Waffe -> Neue Waffe gegen Boss einsetzen -> Storyrelevantes Objekt erhalten -> Oberwelt) war hier nicht so vorzufinden. Viel mehr war es ein zusammenhängendes Abenteuer ohne richtig das Gefühl zu haben, einen Dungeon zu betreten. Mir fehlten da so diese "Checkpoints" die ich im Kopf abhaken konnte. Dafür bot Starfox Adventures aber ganz andere Dinge. So wurde man stets von einem kleinen Triceratops begleitet, der Fox unterstützte und man Befehle geben durfte. Auch besuchte man andere Planeten und die Reise dorthin wurde passenderweise dann so gespielt, wie man Starfox eigentlicht kannte: Mit dem Arwing durch´s All. Mit Gegnern, Energieringen und Nova-Bomben. Ansonsten sind mir nun aber nur noch Schnipsel im Kopf geblieben. Wenn ich mir z.B. diesen Screenshot in dem Absatz anschaue, habe ich echt keine Ahnung mehr was man da für Sachen unten rechts eingesammelt hat und wofür sie waren. Wird wohl Zeit nach rund 13 Jahren mal wieder in diesen Titel reinzuschauen....

 

Der Vergleich zu Zelda ist unvermeidbar

Gleich vorweg: Nach so vielen Jahren macht Starfox Adventures optisch immer noch eine echt gute Figur. Es gibt PS4-Download-Titel, die heute noch nicht so beeindrucken können. Ein klares Zeichen dafür, wie gut Rare die Konsole damals schon im Griff hatte. Nun, im Jahre 2016 dachte ich aber auch, das ich etwas unvoreingenommener an das Spiel heran gehen könnte, was den Vergleich zu Zelda angeht. Doch es geht nicht. Alle paar Meter wird man mit Zelda-Elementen zugeballert. Das beginnt damit, dass das Mädchen in Not Krystal (hier im Bild zu sehen) schon ganz früh im Spiel in einen Kristall gesperrt wird. Das erinnert nicht nur an die gleiche Situation, die auch Prinzessin Zelda in Ocarina of Time erleiden muss, sogar der Kristall sieht genauso aus. Man findet auch Löcher im Boden wie in Zelda, die Fox in eine immer gleich aussehende Höhle bringen um dort ein Upgrade zu erhalten. Bei Verlassen der Höhle stellt man sich in einem Lichtstrahl, von dem man nach oben wieder heraus schwebt.....na.....kommt bekannt vor, oder? Die herzenfömige Energieleiste ist wie in Zelda in mehrere Teile gesplittet (5 statt 4, ok). Doch auch hier erhält man weitere Enegiercontainer, allerdings nicht durch Herzteile, sondern duch Besiegen von Bossen, auch wie ein Zelda. Allerdings wird das in Starfox nicht so gefeiert. Dafür hingegen der Erhalt von anderen Objekten aus Kisten o.Ä., diese werden genauso präsent in die Luft gehalten, wie Link das immer tut. Wie oben aber schon erwähnt, unterscheidet sich aber der Spielablauf sehr von Zelda, da in Starfox Adventures alles zusammenhängt. Richtige Dungeons betritt man hier nicht. Es herrschen fließende Übergänge zwischen den Welten, Rätseln und Bosskämpfe. Das klingt in der Theorie zwar toll, tatsächlich fehlt aber irgendwie das Gefühl des Fortschritts im Spiel. Zusätzlich kommt noch, das es keinerlei Nebenquests gibt. Alles was man tut, tut man für die Story. Das vermindert die Spielzeit natürlich nicht unerheblich.

 

Für Abwechslung ist gesorgt

Obwohl man sich nur auf einem Planeten befindet (und weitere Splitter des Planeten) wird dem Spieler nicht so schnell langweilig. Überall findet man Orte an denen man nur mit bestimmten Fähigkeiten weiter kommt und die Locations bringen einen durch Eis und Feuer, Mondlandschaften, blühende Wiesen und beeindruckende Tempel. Kleines Highlight sind immer die Reisen zwischen dem Planeten und den Splittern, die man mit dem Arwing in klassischer Starfox-Manier spielt, sogar mit spielstandübergreifenden Highscores. Auch musikalisch werden die Ohren verwöhnt. Epische Gesänge, lustige Titel und rhytmische Dschungelbeats lassen keine Langeweile aufkommen. Optisch zeigt sich der Fuchs ohnehin auf höchstem GameCube-Niveau. Das Fell sieht immernoch flauschig aus, die Lichtstrahleneffekte sind klar und scharf und die Bildrate bricht fast nie ein. Man bekommt nahezu konstant flüssige 30-60 fps geboten. Es lässt sich auffällig angenehm spielen. Auch Fox lässt sich ganz cremig steuern. Präziser und direkter noch als Link. Das gilt auch für die Wahl der Items. Anstelle extra ein Item- und Waffenmenü öffnen zu müssen, lässt sich jedes Item in einem eingeblendeten Menü mittels C-Stick auswählen. Kurz und knapp. Dennoch hätten einige Nutzungen schneller programmiert werden können. Es gibt Stellen wie z.B. Sprungstab-Löcher, an denen man nur diese eine Fähigkeit einsetzen kann. Aber statt einfach nur die A-Taste für den Sprung betätigen zu müssen, muss man zuvor die Sprungstabfähigkeit aus dem C-Stick-Menü auswählen. Umständlich. Immerhin markiert dieses Menü in den meisten Fällen automatisch das Objekt oder die Fähigkeit die man gerade dort benötigt. Das macht´s dann doch was schneller. Umständlich hingegen gestaltet sich das Zielen mit dem Kampfstab. Es ist in etwa vergleichbar wie das Zielen mit dem Fadenkreuz bei z.B. GoldenEye. Das Fadenkreuz bewegt man mit dem Stick. Lässt man den Stick los, geht auch das Fadenkreuz wieder in die Mitte. Klappt super. Doch bei Starfox bewegt sich nicht das Fadenkreuz, sondern das ganze Bild. Das Zielen wird also durch den Widerstand des Sticks erschwert, speziell weil ab einem gewissen Bereich das Bild komplett weiter dreht, ähnlich der Deadzones der Wii. Hier hätte man sich gerne nochmal an Zelda bedienen können, dort klappt das nämlich besser. Im Kampfsystem ist Fox zwar athletischer als Link, jedoch fällt dadurch noch mehr auf, das die Kampfanimationen immer die Selben sind. Es wäre schön gewesen, wenn man dort etwas mehr Varianten eingefügt hätte.

 

Kaum gealtert

Ich bin ehrlich etwas überrascht. Es gibt eben Spiele, die waren damals klasse und sind heute eher mau. Doch Starfox Adventures zählt nicht dazu. Dieses Fuchs-Abenteuer ist eines der Games, die selbst heute noch beeindrucken und echt Spaß machen. Nicht nur weil die Steuerung fluppt (bis auf das Schießen eben), sondern weil das Gameplay abwechslungsreich und flüssig ist. Den verwöhnten Casualgamer von heute, der sich selbst aber Coregamer nennt, dürfte sich aber mal erst daran gewöhnen müssen, das man eben nicht ständig eine Markierung hat, die einem zeigt was zu tun ist. Müsste man in Spielen wie The Witcher z.B. drei Fackeln anzünden, bekäme man gleich drei gelbe Punkte auf der Karte. In Starfox Adventures muss man noch nach den Fackeln suchen. Einzige Hilfe die man sich in Textform heranholen kann ist es, Slippy zu kontaktieren. Er gibt Hinweise darauf, was als nächstes zu tun ist. Das lässt den Spieler immerwieder mal zweifeln und vermeintlich in eine Sackgasse tappen, obwohl man sich vielleicht nur mal genauer umschauen muss. Umso schöner ist aber das Gefühl, wenn man die Lösung gefunden hat. Überrascht hat es mich auch, das ich das Game tatsächlich noch vollständig durchspielen will. Allerdings ist die Gesamtspiellänge heute nicht mehr so hoch, wie ich damals gebraucht habe. Schon nach rund 3-4 Stunden zeigte mir das Game ganze 24% Fortschritt an. Zum Zeitpunkt dieses Textes habe ich etwa die Hälfte durchgespielt, werde es aber noch komplett durchziehen. Bleibt abzuwarten, wie lange ich tatsächlich für das vollständige Spiel brauchen werde. Klares Fazit aber: Starfox Adventures sollte man sich ehrlich noch mal geben. Ist eines der Games die man wohl nur damals einmal durchspielte und seit dem nicht mehr anschaute. Ich freue mich über dieses Abenteuer wieder sehr. 

 


Spielfortschritt


Grafik

Absolutes Highlight der Konsolengeneration. Legt die Messlatte enorm hoch.

Sound

Abwechslungsreiche Musik und tolle Klänge, wenn auch keine Ohrwürmer.


Steuerung

Ansich präzise aber Zielen und manche Item-Nutzungen unnötig erschwert.

GESAMT:

Will einfach nicht altern. Immernoch ein Titel erster Sahne. Sollte man nochmal spielen!


 

 


 

 

 

Dinosaur Planet

Wie so manches Spiel damals hat auch Starfox Adventures seine Entwicklungsgeschichte. Vielen ist bekannt, das dieses Spiel ursprünglich unter dem Namen Dinosaur Planet für das Nintendo 64 erscheinen sollte. Als Nintendo dann die starken Ähnlichkeiten vom eigentlichen Helden Saber zu Fox sah, schlugen sie vor direkt einen Starfox-Titel daraus zu machen. Und dann für den GameCube. So geschah es dann auch. Bis dahin wurden aber schon viele Screenshots und Videos zu Dinosaur Planet veröffentlicht und sind auch schnell im Internet zu finden. Allerdings hat sich wohl das ein oder andere Detail verändert. So gibt es Artworks, die einen eher realistischen Look des Spiels anstreben. Auch sollte Krystal eigentlich eine wichtigere Rolle zugesprochen werden. So war der Plan, das man Saber oder Krystal spielt und es dort wohl storytechnisch kleine Unterschiede gegeben hätte. Weiter existieren Artworks in denen Saber klein sowie erwachsen ist. Es liegt nahe das der Held im Laufe des Spiels wohl gewachsen wäre, oder eben eine Zeitreise wie in Ocarina of Time wäre möglich gewesen.